Neuigkeiten
26.01.2020, 11:08 Uhr
Junge Union
Wege zur CO2 neutralen Mobilität








CO2-NEUTRAL AUTO FAHREN

Experten in Melle: Strom allein reicht nicht

Klimaneutrale Autoproduktion der Zukunft thematisierten Jens-Arend Feindt, André Bergehegger und Thomas Faustmann auf Einladung von Nele Heckel und Gerke Feindt (von links) vom Vorstand der Jungen Union. Foto: Norbert WiegandKlimaneutrale Autoproduktion der Zukunft thematisierten Jens-Arend Feindt, André Bergehegger und Thomas Faustmann auf Einladung von Nele Heckel und Gerke Feindt (von links) vom Vorstand der Jungen Union. Foto: Norbert Wiegand

 Melle. „Wege zur CO2-neutralen Mobilität“ – so lautete dasThema einer Vortragsveranstaltung der Jungen Union am Mittwochabend in der Meller Sparkasse. Thomas Faustmann und Jens-Arend Feindt machten klar, dass Strom alleine nicht reichen wird.


Die beiden ausgewiesenen Experten aus der Autoindustrie betonten, dass bei klimaneutralen Antriebssystemen für große Fahrzeuge nicht auf flüssige synthetische Kraftstoffe verzichtet werden kann. 70 Zuhörer verfolgten die Referate. Das Automobil stand in beiden Vorträgen im Vordergrund. Reine Elektrofahrzeuge seien im Bereich der Klein- und Mittelklassewagen sinnvoll, erklärte Thomas Faustmann. Der ehemalige Chief Executive Officer bei Audi Ungarn wies darauf hin, dass schwere Fahrzeuge effizienter und umweltfreundlicher mit Kraftstoffen betrieben werden, die synthetisch aus überschüssigen regenerativen Energien hergestellt werden.  

Es gäbe riesige Energiemengen aus Wind und Sonne, die wegen Aus- und Überlastung der Stromnetze nicht genutzt werden. Bei Flugzeugen und Schiffen seien reine Elektroantriebe technisch gar nicht zu verwirklichen. Faustmann plädierte dafür, dem klassischen Benzin für die 46 Millionen Fahrzeuge auf deutschen Straßen per Gesetz 20 Prozent klimaneutrale flüssige Kraftstoffe beizumischen: „Damit kann bei der angestrebten CO2-Reduktion eine schnelle Wirkung erzielt werden.“ Beim lange dauernden Umstieg auf Batteriefahrzeuge würde die CO2-Bilanz wegen der klimaschädlichen Produktionsprozesse vorübergehend sogar erst ansteigen.

„Ist technisch machbar“

Der ehemalige Audi-Chef-Manager ließ keine Zweifel an der absoluten Notwendigkeit des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern aufkommen. Wind und Sonne seien genügend vorhanden, regional auch Biomasse und Wasserkraft. Sein hoffnungsvolles Fazit lautete: „CO2-neutrale Mobilität ist technisch machbar.“

Einen „klaren Trend zum Elektromotor“ sah auch Referent Jens-Arend Feindt. Der Geschäftsführer bei Winkelmann Powertrains Components betonte aber, dass dessen Umweltvorteil beim gegenwärtigen Energiemix im Stromnetz eher gering ausfällt: „Batterieherstellung macht nur Sinn, wenn regenerativer Strom vorhanden ist.“ Feindt wies auch darauf hin, dass bei vergleichenden Klimabilanzen zwischen Verbrennern, Elektrofahrzeugen und Mischformen (Hybride) die gesamten Lebenszyklen der Fahrzeuge von den Rohstoffen über die Produktion bis zur Entsorgung bewertet werden müssten.

 

„Die nächste Generation wird ein ganz anderes Verhältnis zu Fahrzeugen haben“, ging Feindt in der anschließenden Diskussion auf Fragen aus dem Publikum zu Carsharing und wachsender Mobilität ohne eigenes Auto ein. „80 Prozent der jetzigen Elektroautos werden unabhängig vom derzeitigen durchschnittlichen Energiemix mit eigenem Solarstrom geladen“, sah ein Diskussionsteilnehmer die vorgestellten Ökobilanzen kritisch. Bei Vergleichen zwischen Elektroautos und Verbrennern müssten auch die gesamten Prozessketten der Altfahrzeuge ermittelt werden

.„Ins Schwarze getroffen“

Den Referenten und dem Gastgeber Sparkasse dankten Gerke Feindt (19) und Nele Henkel (21) vom Vorstand der Jungen Union Melle. Die CDU-Nachwuchspolitikerinnen begrüßten im Publikum mehrere Ortsbürgermeister, Vertreter der Senioren-Union, der CDU-Mittelstandsvereinigung sowie den stellvertretenden Landrat Mirko Bredenförder.

 





Bilder zu dieser Veranstaltung finden Sie in der Bildergalerie!